Wertschätzende Erkundung /
Appreciative Inquiry

Unser Zugang:

In unserer Kultur wird in der Regel beachtet, was schlecht läuft. Das wird analysiert und verbessert. Viel zu selten wird der Focus auf das gelegt, was funktioniert. Es ist sehr ungewöhnlich, Erfolgsfaktoren zu analysieren. Genau dies setzt jedoch unglaubliche Stärken und positive Energien frei.

Für uns ist die Wertschätzende Erkundung ein methodischer Ansatz, der unserer Weltsicht entspricht. Wertschätzung ist eine Haltung, mit der wir etwas betrachten oder tun. Es geht nicht um Probleme, die gelöst werden müssen, sondern um Potentiale, die entfaltet, und Stärken, die gestärkt werden können!

Überall da, wo Verständigung in einer Haltung von Wertschätzung erfolgt, werden überraschende Ressourcen frei. Sie aktiviert verborgene Potentiale im Menschen. Fähigkeiten und Fertigkeiten werden freigelegt und nutzbar gemacht.

So gesehen ist Wertschätzende Erkundung ein Prozess mit offenem Ende oder, besser noch, offen ohne Ende, weil Wertschätzung weiter wächst und sich als unerschöpfliche Ressource erweist.

Zur Methode:

Die Methode der Wertschätzenden Erkundung (Appreciative Inquiry) wurde von Dr. David Cooperrider und Suresh Srivastva an der Case Western University, USA, entwickelt. Als methodischer Ansatz ist die Wertschätzende Erkundung für kleine und große Gruppen und für Individuen sowohl im Rahmen von ein- bis dreitägige Veranstaltungen als auch als begleitende Maßnahmen über längere Zeiträume nutzbar.

Grundprinzipien:

  • Jeder Mensch, jede Beziehung, jedes System hat ein ungeahnt großes Potential, das nur zum Teil gelebt wird und manchmal schon aufblitzt.
  • Menschen und Beziehungen entwickeln sich immer in die Richtung, in die sie ihre Aufmerksamkeit richten.
  • Die Geschichten, die wir uns über uns erzählen, werden Wirklichkeit.
  • Veränderung ist ein Dauerzustand. Es gibt keinen finalen Zustand.

Ein wertschätzender Erkundungsprozess durchläuft klassischerweise 4 Phasen:

1) Erkunden und verstehen
Der erste Schritt besteht immer aus einem Interview. Das Ziel ist, Augenblicke, Ereignisse oder Geschichten herauszufinden, die mit den besten Gefühlen und Erinnerungen verbunden sind. Diese "Juwelen" und "Schätze" werden entdeckt und untersucht. Anschließend werden die Faktoren identifiziert, die jeweils Vitalität und Kraft hervorbrachten.

2) Visionieren
In der zweiten Phase werden Bilder und Visionen von dem entworfen, was sein könnte.
Welche Schätze sollen in die Zukunft getragen werden?
Wovon wollen wir mehr?
Motivation, Inspiration und Lust auf die Zukunft entstehen.
Was sind die Wünsche des Einzelnen für sich selbst und im Zusammenwirken mit Anderen?

3) Gestalten
Die kreativen Visionen werden in der dritten Phase in klare Aussagen gefasst. Es entstehen Erklärungen, in denen die bisher entwickelten Vorstellungen konkretisiert werden. Es werden klare Ziele entwickelt und Prioritäten gesetzt. Sie sind wie eine Brücke zwischen dem Status quo und dem, was sein sollte.

4) Umsetzen
In der vierten Phase wird schließlich geplant, wie die entwickelten Ziele realisiert werden und was sie konkret bedeuten. Wo genau lässt sich etwas bewegen und mit welchen Maßnahmen? Hier wird geplant, was zukünftig sein wird.

Zum Weiterlesen:

Bücher

Wertschätzung - Wege zum Frieden mit der inneren und äußeren Natur -
von Barbara Mettler von Meibom
ISBN 3-466-30710-4

Gelebte Wertschätzung
von Barbara Mettler von Meibom
ISBN:978-3-466-30745-6

Appreciative Inquiry. Der Weg zu Spitzenleistungen
von Matthias zur Bonsen und Carole Maleh
ISBN 3-407-36380-X

Links

www.all-in-one-spirit.de
Matthias zur Bonsen ist seit Jahren sehr aktiv, Appreciative Inquiry in Unternehmen zu bringen. Auf seiner Seite finden Sie zahlreiche Aufsätze und Links in Bezug auf wertschätzende Unternehmensentwicklung.

www.politische-bildung-bayern.net
Zeigt Ansätze schöne Ansätze von wertschätzender Erkundung in der Politik.

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Menschen, Beziehungen und Systeme entwickeln sich immer in die Richtung, in die sie ihre Aufmerksamkeit richten.